Home Ensemble Termine Aufnahmen Kontakt Presse
 
 
Konzertprogramme

Von Sünde und Vergebung
Geistliche Lieder am Vorabend der Reformation

Frankreich und Italien, welche als kulturelle Zentren des Mittelalters gelten, waren Schmelztiegel und Keimpunkte verschiedener neuer und aufregender Musikstile. In der Provence entstand im frühen 11. Jahrhundert die Sangeskunst der Trobadore, welche sich im Laufe weniger Jahrzehnte im gesamten christlichen Abendland ausbreitete und sich als Minne- und Spruchsang in den deutschsprachigen Ländern und Fürstentümern etablierte. In Paris wurde zu Weihnachten im Jahr 1199 vermutlich die erste 4stimmige Komposition aufgeführt. Die Avantgarde der französischen Ars Nova traf im 14. Jahrhundert auf italienische Rhythmik und verschmolz so zu der raffinierten Melodik und Rhythmik der Ars Subtilior. Im Burgund des 15. Jahrhunderts erklangen mehrstimmige Kompositionen von berückender Schönheit.
Ganz anders in den deutschsprachigen Gebieten. Hier legte man besonders großen Wert auf die „alten Meister“ und so wurde bis weit in das 17. Jahrhundert hinein eine einstimmige und rhythmuslose Musizierpraxis geübt und verfeinert. Besonders beliebte Melodien der Minnesänger lebten als „Töne“ in den Liedern und Sprüchen der Meistersinger fort, fanden Eingang in die Kirchenmusik oder wurden geistlich umgedichtet. Noch Martin Luther bediente sich bei den in seinen Namen überlieferten Liedern solcher präexistenten Melodien. Spät im 15. Jahrhundert wurden auch deutsche Melodien mehrstimmig komponiert. Auffällig ist dabei aber, das die Einstimmigkeit auch hier noch überaus präsent ist, wenn nicht sogar einstimmige Melodien die Vorlage waren, die Basis für diese Kompositionen legten.
Solche einstimmigen, und auf einstimmigen Vorlagen basierenden Lieder des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts, stellt Nimmersêlich in seinem neuen Programm „Von Sünde und Vergebung“ vor. Die Buntheit und Vielfalt der Musik findet sich hier nicht in ausufernden und raffinierten Kompositionen wieder, sondern in der ruhigen Schlichtheit erzählender Dichtkunst, umrahmt von kurzen lebendigen Instrumentalstücken.



sumer zeitt
Frühlings- und Sommerlieder des 13. bis 15. Jahrhunderts

Nach dem kalten Winter, der den Menschen des Mittelalters besonders ungünstige
Lebensbedingungen bot, freuten sich die Menschen auf den Frühling und auf den Sommer.
Die warmen Monate, insbesondere der Wonnemonat Mai, bringen die Natur zu blühen,
die Vögel singen wieder fröhlich ihre Lieder, die Wiesen und Wälder erwachen zu neuem
Leben. Diese Freude findet Niederschlag in der Musik, die wir in diesem Programm vorstellen.


gotico
Musik in Kathedralen und Palästen

So licht und emporstrebend, wie die Räume einer gotischen Hallenkirche, so hell und klar ist auch die Musik, die in jener Zeit erklang, in der diese Bauwerke errichtet wurden. Wenn sich die Melodien hoch jubelnd und voller Freude durch die weiten Gewölbe schwangen – wie fasziniert müssen die Menschen von diesem neuen Stil gewesen sein? Raum und Klang schufen völlig neue Erfahrungen, denen auch wir Menschen heutiger Zeit uns schwerlich entziehen können.
Das Ensemble Nimmersêlich bringt mit seinem thematischen Programm „gotico” geistliche und weltliche Stücke des 12. und 13. Jahrhunderts zurück in die Kirchen, Kathedralen und Paläste des Mittelalters. Laute, Fidel, Harfe und Gesang verleihen den Werken der Komponisten jener bewegten Zeit neuen Klang.


Las, aimi!
Liebesleid in Liedern des ausgehenden Mittelalters

In einer Zeit, in der Ehen – zumindest in den gehobeneren Gesellschaftschichten – vorrangig aus dynastischen, politischen und finanziellen Gründen arrangiert wurden, sind Heiraten aus Liebe wohl eher eine bestenfalls milde belächelte Seltenheit gewesen. Liebe - das war etwas schwärmerisches, Ideelles, was mit der realen Welt nichts zu tun hatte. Wenig verwunderlich, das die zahlreichen aus dem gesamten Mittelalter überlieferten "Liebeslieder" zumeist einen tragischen Inhalt haben. Wenngleich wir auch heutzutage noch aus Liebe leiden können - so besteht doch oft noch Hoffung. Doch selbst diese Hoffnung hat es im Mittelalter nicht geben können - und so offenbart sich der ganze Schmerz, das große Leid einer unerfüllten, ja unerfüllbaren Liebe in Lyrik von unvergleichlicher Schönheit. Sehnsuchtsvoll beschreiben die Dichter und Komponisten ihre Liebe zu einer fernen Prinzessin - so fern, dass sie ohnehin nicht erreichbar war. In bitteren Versen beschreiben sie ihre Qual und Pein, deren einziger Ausweg nur in einem besteht: dem Tod.


puer natus

Weihnachtsmusik des 12. bis 15. Jahrhunderts


»... siehe, ich bringe euch große Freude.«
Obwohl es Weihnachtsmusik als solche im Mittelalter nicht gab, finden sich doch viele
Lieder, welche, aus heutiger Sicht, die Weihnachtsgeschichte erzählen.
Sie erzählen von einer Blume, welche einem Ast vom Stamm Jesse entspross.


Schülerkonzerte
Kurzes Programm speziell für Schüler.


Die heutzutage allgegenwärtige, durch die Medien verbreitete Popkultur, lässt
kaum noch Raum für die Ursprünge unserer Musik. Diese wollen wir den
Jugendlichen etwas näher bringen.
Wir erklären die Herkunft der Instrumente, die zum Teil in abgewandelter
Form noch heute gespielt werden, und stellen Lieder aus den unterschiedlichsten
Bereichen mittelalterlichen Musiklebens vor.

 

Open Air Programm

En mai au douz tens nouvel...
Lieder und Tänze des 13. und 15. Jahrhunderts.

Musik ist ein wichtiger Bestandteil der Abendländischen Kultur.
Ob zu höfischen Festen oder zum dörflichen Tanz, zum Gottesdienst oder zur Heilung von
Krankheiten – Musik galt im Mittelalter in allen Lebenslagen als unverzichtbar.
Die Farbigkeit der Musik des Hoch- und Spätmittelalters zeigen wir mit lauten, fröhlichen
Instrumentalstücken, wie der Chanzoneta Tedescha, oder a-capella gesungen, wie Prendes i garde, dem Rondeau eines provençlischen Troubadors.



© 3/2015 Nimmersêlich